Pressemitteilungen

Bäume des Jahres im Park des Friedens


19.04.2022: Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Baum“ nimmt seit 2009 den Tag des Baumes am 25. April zum Anlass, Ihren oder Spendenbäume zu pflanzen. Im Herbst des Vorjahres veröffentlicht ein Kuratorium die ausgewählte heimische Art und begründet diese mit ihrer jeweiligen Bedeutung für Mensch und Umwelt. In enger Absprache mit dem Bauamt suchen die BI-Mitstreiterinnen dann nach geeigneten Standorten im Stadtgebiet. Für die meisten Bäume der letzten Jahre passten Boden- und Lichtverhältnisse im Park des Friedens: 2016 Winterlinde, 2019 Flatterulme, 2020 Robinie, 2021 Stechpalme und dieses Jahr die Rotbuche.

Bei vielen gemeinsamen Begehungen mit den Grün-Verantwortlichen der Stadt und Historikerinnen wurde ein langfristiges Entwicklungskonzept für den geschichtsträchtigen, ehemals Schulenburg-Park, entwickelt. Die Nutzung für Erholung und Veranstaltungen ist mit gestalterischen und naturfachlichen Bedingungen in Einklang zu bringen. So wurde für die Winterlinde ursprünglich ein geschützter Platz gefunden, an dem schon ersichtlich war, dass absterbende Nachbarn bald eine größere Lücke hinterlassen werden. Der jetzt freie, exponierte Platz ermöglicht der Linde, dass sie entsprechend ihrer Art zu einem prächtigen Solitär heranwachse kann. Winterlinden entwickeln sich zu einem stattlichen Großbaum mit breit kegelförmiger bis hochgewölbter rundlicher, dichter Krone. Die sommergrünen Bäume können über 1000 Jahre alt werden und dabei eine Höhe von zehn bis zwanzig Metern erreichen. Die Blüte Anfang Juli duftet süßlich, damit stellt die Winterlinde eine wichtige Bienen- und Insektenweide dar. Die Tilia cordata sind recht anpassungsfähig, hitze- und stadtklimaverträglich, winterfest und ertragen auch zeitweise Trockenheit. Die wärmeliebenden Bäume haben ein hohes Ausschlagsvermögen, sind aber empfindlich gegenüber Streusalz und Luftverschmutzung.

Für die Flatterulme, die Stechpalme und die Rotbuche wurde die feuchtere und beschattete Eselwiese im Stadtpark gefunden. Zufällig stellen diese Arten ähnliche Anforderungen an ihre Umgebung. Während Flatterulme und Stechpalme das Begleitgrün des Wassergrabens bereichern und dort in Zukunft entstandene Lücken füllen werden, bilden die von Stadt und BI gepflanzten Rotbuchen den Startpunkt einer neuen Baumreihe. Diese soll in den nächsten Jahren u.a. durch Spendenbäume vervollständigt werden.

Ganz anders wurde 2020 verfahren: die Robinie verjüngt eine Baumgruppe zwischen Danneil-Museum und Pfefferteich.

Mirko Rieck und Birger Buczkowski für die BI „Pro Baum“

Spenden von Bäumen für Salzwedel


Kurt Langer - Sommerlinden (Tilia platyphyllos)

Reinhilde Lahmann - Himalajabirke (Betula utilis)

Jutta Neuschulz - Winterlinde (Tilia cordata)

Dorothea Ziehl - Japanischer Schnurbaum (Sophora japonica)

Vera Dräger - Scharlachroßkatanie (Aesculus x carnea ´Briotii)

Günter Schorisch - Winterlinde (Tilia cordata)

Sabine Spangenberg - Elsbeere (Sorbus torminalis)

Familie Schierz-Blumen - Holzapfel (Malus sylvestris)

Familie Stahlberg - Blutbuche (Fagus sylvatica ´Swat Magret)

Dr. Ernst Allhoff - Fächerblattbaum (Ginkgo biloba)

Frau Buthut - Amberbaum (Liquidamber styraciflua)

Doris Kühn - Eberesche (Sorbus aucuparia)

Hanne-Lore Nehrke - Weißbirken (Betula pendula)

Familie Heinemann - Blutpflaume (Prunus cerasifera ´Nigra)

Grüne Rose - Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera)

Hospizverein - Zierapfel (Malus ´Red Sentinel)

Vera Neumann - Weißbirke (Betula pendula)

AUFRUF ZUM BLÜHWIESEN-WETTBEWERB 2022: Wer hat die schönste Blühwiese?“
 

31.01.2022: Nachdem die Bürgerinitiative Pro Baum etliche Anfragen erreicht hat, ob es wieder einen Blühwiesen-Wettbewerb geben würde, hat sich „Pro Baum“ entschieden, dem nachzukommen. Die Rahmenbedingungen bleiben, wie sie im Jahr 2020 gewesen sind.

Wilde Margeriten, Nelken-, Malven- und Geranium-Arten, Korn- und Mohnblumen, Schafgarbe, Wiesensalbei, und viele andere Blüten sind in ihrer Vielfalt für uns Menschen eine Augenweide. Sie erfreuen uns und sind dabei unverzichtbare Nahrungsgrundlage für viele Insekten wie  Schmetterlinge, Bienen und Hummeln usw., die wiederum die notwendige Bestäubung der Obstbäume sichern und den gefährdeten Vögeln die Ernährung ihrer Nachkommen ermöglichen.

In etlichen Städten, nicht nur in Deutschland, auch in der Region unserer britischen Partnerstadt Felixstowe ist die Bedeutung von Blühwiesen schon lange erkannt und das Anlegen auf öffentlichen Flächen längst gang und gäbe. Die Verarmung an Pflanzenvielfalt und das Insektensterben sollen gebremst werden. Seit geraumer Zeit ist die BI Pro Baum Salzwedel auch mit der Stadtverwaltung im Gespräch, solche Blühwiesen anzulegen. Inzwischen sind städtische Flächen zum Beispiel an der Arendseer Straße für Blühwiesen reserviert.
Ein weiterer Vorteil: Der Pflegeaufwand ist geringer als für herkömmlichen Rasen, weil zum Beispiel die Mahd erst nach der Blüte im September erfolgen darf.

Erfreulicherweise finden sich vereinzelt die umweltfreundlichen Blühwiesenareale  bereits auch in privaten Gartenanlagen. Davon sollte es mehr geben!

Die BI Pro Baum ruft deshalb Bürgerinnen und Bürger im Bereich der Hansestadt Salzwedel zu einem Wettbewerb unter dem Motto „Blühwiese 2022“ auf.

Ab 1. Juli 2022 wollen Mitglieder der Bürgerinitiative die zum Wettbewerb gemeldeten Flächen  von mindestens 3 m²  besichtigen und bewerten. Es winken Anerkennungspreise für die schönsten Blühwiesen. Genaugenommen aber gewinnen wir alle – mehr Farbe, mehr Vielfalt an Blüten und Insekten, Schutz unserer Umwelt, mehr Freude!

Anmeldung zum Wettbewerb bis spätestens  31. Mai 2022 per Post an Günter Brennenstuhl, Max-Adler-Str. 23, 29410 Salzwedel oder per Email an biprobaumsaw@web.de

Folgende Angaben sind erbeten unter dem Stichwort „Blühwiese 2022“:

Vorname und Name
Postadresse
Adresse (Ort der Blühwiese)
Telefon / Handy / Emailadresse (soweit vorhanden)

Weitere Informationen zu BI Pro Baum und auch über „Blühwiese 2020“ unter
https://www.pro-baum-salzwedel.de/aktionen/2020/bluehwiesenaktion/ 

Dank der BI an "Baumretter"
20.05.2021


Ein herzliches Dankeschön möchten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Pro Baum“ den Menschen sagen, die in den letzten Tagen die entwurzelte Birke im Birkenwäldchen der Stadt Salzwedel wieder in die Erde setzten und mit Wasser versorgten. Möglich, dass Mitarbeiterinnen der Stadt oder aufmerksame Anwohnerinnen beherzt zu Spaten und Kanne griffen – sie verfolgten das selbe Ziel, wie einst die Spenderin dieser Bäume.

Dem Salzwedeler Original Hanne-Lore Nehrke fiel in ihrer unnachahmlichen Art auf: „Da steht ja gar keine Birke im Birkenwäldchen.“ Die resolute Frau wünschte sich folglich zu ihrem nächsten Geburtstag größeres Grün als Blumensträuße von ihren Gästen und pflanzte gemeinsam mit der BI 2015 die erste Birkengruppe auf der Wiese hinter der ehemaligen Trauerhalle. Das Wasser der Dumme war zwar in greifbarer Nähe; die waschechte Perveranerin hätte trotzdem gerne Jeetze-Wasser bevorzugt …

Auch wenn der Baum wieder in der Erde steht, stehen ihm harte Wochen bevor. Schnell vor dem Sommer muss er ein dichtes Geflecht aus neuen Feinwurzeln entwickeln, will er überleben. Das funktioniert, wenn überhaupt, nur bei regelmäßiger Wässerung. Vielleicht könnten hier die von der Stadt angeschafften neuartigen Wassersäcke genutzt werden? Oder aber die „Retter“ setzten ihr gutes Werk zur Bewahrung der grünen Lunge Birkenwäldchen fort, und tragen Wasser in ihren Gießkannen 1 bis 2 Mal die Woche aus Jeetze oder Dumme – beides würde Frau Nehrke sicher recht sein … 

M. Rieck für die BI „Pro Baum“, 20.05.2021

Das langsame Sterben der „gekappten“ Linden an der Marienkirche Salzwedel

30.03.2021: Laut Baumschutzsatzung der Stadt Salzwedel ist das „Kappen“ von Bäumen keine zulässige Pflegemaßnahme. Trotzdem sehen wir auf städtischem Grund immer wieder solche Kronenentnahmen, die von Garten- und Grundstückseigentümern nachgeahmt werden.

An den Linden „An der Marien-Kirche“ in Salzwedel ist das langsame Sterben über viele Jahre zu beobachten. Die geköpften Pappeln an der Kreisverwaltung mussten dagegen schon 2 Jahre nach der Maßnahme wegen fehlender Standsicherheit komplett entnommen werden.

Am Anfang steht oft das Problem, dass Straßenbäume an ihrem Standort zu hoch, ihre Kronen zu ausladend werden. Mit sachlich falschen Begründungen wird dann viel zu oft zur radikalsten Methode gegriffen: der Baum wird seiner kompletten Krone beraubt. Ab da ist das Schicksal bestimmt: die Linde, Pappel oder der Ahorn „verhungern“ langsam. Zusätzlich bleiben die erhofften Effekte der Kappung aus. Die nur unzureichend verankerten Notaustriebe müssen ständig zurückgeschnitten werden. Wird dies versäumt, stellen zu schwere Äste in der Folge durch drohende Abbrüche eine größere Gefahr dar, als der Ursprungsbaum mit seinem natürlichen Habitus. In ihrer Not legen die um ihrer Energiequelle Blattgrün beraubten Bäume übergroße Blätter an. Das Laub-“Problem“ wird der Verursacher nicht los, mit dem Arbeitsaufwand steigen die Unterhaltungskosten. In der Fachliteratur zu manchmal unausweichlichen Schnittmaßnahmen steht sinngemäß, dass die Arbeiten als am besten gelungen gelten, die man beim oberflächlichen Betrachten hinterher gar nicht wahrnimmt.

Über 2 Jahrzehnte konnten die Salzwedeler diesen Prozess zum Beispiel an den Linden an der Marienkirche begleiten. Ein Schicksal, das den jüngst ihrer Krone beraubten Bäumen noch bevorsteht. Nach der Kappung erfolgten die Neuausschläge. Angesprochen auf den ursprünglichen Fehler, hörte ich in Lüge, Salzwedel, Tylsen oder Siedenlangenbeck immer wieder die gleichen Rechtfertigungen: „Was soll die Kritik? Die Linden sind doch wieder schön grün.“. Diese neuen Triebe wurden zurückgeschnitten, zurückgeschnitten und zurückgeschnitten... Fäulnis trat von oben in die durch die großen Wunden und die Unterversorgung geschwächten Linden ein. Nachdem die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war, musste der Baum(rest) entnommen werden, wie die Leerstellen in der ehemals geschlossenen Allee bezeugen. In einer Stellungnahme bedauert der Gemeindekirchenrat der St.-Marien-Gemeinde, dass zum Schutz von Gebäuden vor Jahrzehnten leider die falschen Entscheidungen für die abgebildeten Linden getroffen wurden. Die Gemeinde hat in der Folge aber viel Energie aufgebracht, die Linden so lange wie möglich zu erhalten. Friedrich von Biela, Pfarrer der Gemeinde: „Uns ist der Wert von Bäumen und Grün in der Stadt bewusst. Die Gemeinde entwickelt ein Konzept zur Neugestaltung der Grünflächen.“

Für solch begrenzte Flächen und enge Straßen in der Altstadt können dann auch wieder klein- oder schmalkronige Bäume, oder eine Gestaltung mit Hecken ins Spiel kommen – bitte keine Kopfbäume! Die Fachleute der BI PRO BAUM können gerne beraten.

Die Baumschutzsatzung der Stadt Salzwedel weist hier leider eine Lücke auf, da nur für „lebende“ Bäume nach Entnahme eine dann festzulegende Ersatzleistung erbracht werden muss. Wenn dieser Punkt weiter Bestand haben soll, erwarte ich von der Stadtverwaltung eine konsequente Ahndung von vorausgegangenen baumzerstörenden, verbotenen Maßnahmen wie der Kronenentnahme. In den beschriebenen Linden-Stämmen war kein Leben mehr. Trotzdem möchte die Gemeinde St. Marien auch ohne gesetzliche Verpflichtung eigenverantwortlich für Ausgleich sorgen. 

Mirko Rieck 
für die BI PRO BAUM SALZWEDEL

Bilderfolge (2002 bis 2021): Eine Straße verändert ihr Gesicht: Krone weg – Leidenszeit – Baum weg
    

Traurige Baumverstümmelung Ritze bei Salzwedel

23.04.2021: Immer wieder kommt es zu Verstößen gegen die Verordnung zum Schutz des Gehölzbestandes im Altmarkkreis Salzwedel vom 17.01.2017: §4 Abs. 1,2,3 §5 Abs. 1, 2g und damit zum Verstoß gegen das zugrundeliegende Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt. 
 

Beim aktuellen traurigen Beispiel wurden zwei Linden im Salzwedeler Ortsteil Ritze am Ortstausgang Richtung Niedersachsen unfachgemäß und offenbar ohne Genehmigung gekappt. 

Die Tatsache, dass solche Kappungen sehr häufig durchgeführt werden, lässt sich in vielen Fällen nur mit einem hohen Wissensdefizit der Baumeigentümer, aber auch der Verantwortlichen in Stadt und Gemeinden erklären. 

Durch die Kappung entstehen für den Baumbesitzer hohe Folgekosten, da der Baum zu einem „Pflegefall" wird und vorzeitig entfernt werden muss. In der aktuellen ZTV Baumpflege wird Kappung als „umfangreiches, baumzerstörendes Absetzen der Krone ..." beschrieben. 

Es ist im Wesentlichen der Vorgang, eine gesamte Krone, einzelne Kronenteile oder einzelne Äste stark einzukürzen. 

Mit negativen Folgen durch Schnittmaßnahmen ist zu rechnen, wenn die Verletzungen zu groß sind und die Bäume nicht fähig sind, die Wunden abzuschotten und zu verschließen. Negative Folgen müssen auch erwartet werden, wenn wesentliche Teile der Krone, des Stammes oder der Wurzeln geschädigt oder entfernt werden. Bei Reduzierung eines großen Teils einer Krone muss mit Auswirkungen auf die Wurzel gerechnet werden. Da das (Versorgungs-) Gleichgewicht zwischen der Wurzel und der Krone nicht mehr stimmt, können Teile der Wurzeln absterben. 


Je nach Größe der Verletzung kann sich an der Schnittstelle Fäule ausbreiten und holzzersetzende Pilze können bis in das Holz eindringen und den Baum massiv schädigen. In der Folge von Kappungen entstehen an oder unterhalb der Schnittstelle aus schlafenden Knospen zahlreiche Neuaustriebe. Diese bilden oft sehr lange Triebe mit relativ großen Blättern aus. Ein Baum scheint für den Wiederaufbau einer Krone und für die Abschottung der entstandenen Verletzungen hohe Energiereserven zu verbrauchen. Sterben gleichzeitig zur Kappung auch Wurzelmassen ab, kann als Spätfolge der Kappungsmaßnahme der gesamte Baum absterben. Der Baum „verhungert". 


Die an den Schnittstellen oft als senkrecht wachsende Ständer entstandenen Triebe haben eine sehr schlechte Astanbindung. Tritt in die ehemalige Kappungsstelle Fäule ein, werden die stärker wachsenden Ständer nach einigen Jahren zu einer Gefahr. Die schlechte Astanbindung vergrößert das Bruchrisiko. Ein hoher Pflegeaufwand ist die Folge. Bei den beiden in Ritze verstümmelten Bäumen muss genau mit diesen Problemen gerechnet werden. 

Es muss sowohl bei Privatleuten, aber auch bei den kommunalen Verantwortlichen nur immer wieder eindringlich darauf hingewiesen werden, welche schädlichen Auswirkungen solche Verstümmelungen auf den Baum haben. Es muss dringend  appelliert werden derartigen Baumverstümmelungen zu unterlassen. In Anbetracht des stetig voranschreitenden menschengemachten Klimawandels ist jeder Baum einzigartig und wertvoll, denn er nimmt große Mengen des Klimakillers CO2 auf. Darum sollten wir unsere Bäume schützen und nicht verstümmeln. 

 

Jörg Heimes 

Salzwedel